Berichte von 03/2018

How lucky I am to have something that makes saying goodbye so hard! - Winnie the Pooh

Freitag, 16.03.2018

Und das wahrhaftig! Vor einer Woche wurde ich wieder in diese deutsche Welt geworfen, meinem ursprünglichen Zuhause und ich muss sagen ich habe mich immer noch nicht vollständig von meinen lieben Kindern, meinen Mitfreiwilligen, meinen neuen Freunden verabschiedet und das wird wahrscheinlich auch noch eine Weile dauern. Doch von den Erinnerungen, von den unglaublichen Momenten wenn man es bis auf einen Gipfel im Himalaya geschafft hat ,von den schlechten Zeiten bei Krankheiten und Unsicherheiten, von diesen ausdrucksstarken Kinderaugen, die immer noch strahlen egal welch schreckliche Hintergrundgeschichte dahinter steckt, von den unglaublichen liebenswerten Nepalesen denen ich begegnet bin, die die Hoffnung nie aufgeben und einfach mit kompletter Überzeugung ihr Ding machen, von dieser verrückten tollen Welt die mein neues Leben für 6 Monate geworden ist - davon werde ich mich nie verabschieden sondern es wird immer ein Teil in meinem Herzen sein! 

Ich konnte mir vor einem halben Jahr so einiges nicht vorstellen:

…Wer hätte gedacht wie einfach es sein kann auf eine warme Dusche zu verzichten oder wie man Dal Bhat 180 Tage hintereinander jeden Morgen und Abend essen und es immer noch lieben kann?

…Warum quetsche ich mich in einen Kleinbus zusammen mit anderen 30 Nepalesen und bin einigen davon so nahe wie man es normalerweise vermeiden würde und warum zur Hölle fahren da auch noch Ziegen mit und kann ich mir sicher sein, dass diese Klapperkiste mit dem 16-jährigen Schuljungen am Steuer mich wirklich von A nach B bringt? Ja so macht es doch jeder also warum nicht auch wir, ist doch ganz normal – irgendwie muss man ja nach Hause kommen und mit der richtigen nepalesischen Musik hat das Ganze auch schon seinen Charme (naja vielleicht auch nur die ersten 30 Minuten…).

… Wofür braucht man schon Pläne – die gehen sowieso nicht auf zu mindestens nicht bei 140 nepalesischen Kids und wenn’s dann doch geklappt hat dann muss ich sagen war ich schon fast so stolz wie eine Mutter.

…Warum gibt es diese Tage an denen man aufgeben möchte, man sich fragt ob man es wirklich noch 3 oder 4 Monate hier aushält. Weil man an solchen Tagen einfach in einer komplett anderen Welt gefangen ist, die einem auch zu viel werden kann. Doch zum Glück waren es nicht viele Tage und meistens ging es dann doch schnell wieder vorbei. Ich bin ja ganz ohne Zwang nach Nepal gereist, ich war ja freiwillig hier und genau deswegen konnte man sich dann nach einer gewissen Zeit wieder aus diesen Tiefs hinaushangeln.

…Wie wird es wenn ich 24/7 mit 14 anderen Volunteers zusammen bin? Wenn man mitten auf 4900m auf irgendeinem Weg auf irgendeinem Berg steht, mental und körperlich einfach nicht mehr kann oder wenn einem dann doch die Kultur oder eine Krankheit den Strich durch die Rechnung macht dann hatten wir wenigsten uns und haben uns Kraft gegeben und uns gegenseitig vertraut. Am Ende hatte ich so eine unglaubliche Volunteergruppe mit der ich wahrhaftig durch dick und dünn gegangen bin, alle Herausforderungen – auch oft mit Tränen gemeistert habe und einfach so wahnsinnig viel Spaß hatte!

Ich hätte niemals gedacht, dass man sich so schnell an gewisse Umstände gewöhnt. Doch Nepal, dieses Land, diese Leute sind mir ans Herz gewachsen und ich hab eine zweite, ziemlich große Familie am anderen Ende der Welt gefunden, die ich über die Zeit so richtig liebgewonnen habe.

An dieser Stelle möchte ich Schluss machen und danke sagen an meine lieben Eltern, meine Verwandten, meine Freunde die in so vielen Situationen an mich gedacht haben, danke für die vielen Kommentare die mir eine gewisse Bestätigung gegeben haben und ich hoffe dass ich euch einen kleinen Einblick in meine spannenden  6 Monate in Nepal geben konnte.

täglicher Blick von dem Haus von den kleinen    das anstrengende Waschen mit der Hand oder auch Füßen ;)    Dhapasi height (meine Umgebung)    und darunter war einmal ein komplettes Dorf, jetzt nur eine Steinwüste vom Erdbeben    viele schöne Feste    und da hatten wir es geschafft...    on the top (tsergio ri 4984m)        Dhirendra, Sagar und Himal - eine absolute Traumgruppe    Paragliding in Pokhara    Kloster Namobhoudha    werd euch vermissen!    Goodbye