Berichte von 02/2018

Reis, Reis und nochmal Reis

Mittwoch, 28.02.2018

Und ja ich muss sagen ich habe inzwischen nach fast 6 Monaten 2x am Tag Dal Bhat essen satt. Und dabei geht es gar nicht um das Dal Bhat persönlich denn das liebe ich und jeden Morgen und Abend freue ich mich wieder unglaublich darauf doch mein Magen sehnt sich trotzdem langsam mal nach einem Käsebrot, Omas geliebten Kartoffelssalat und Brezen.

Nun wisst ihr ja schon seit dem ersten Blogeintrag, dass ich jeden Morgen und Abend Dal Bhat esse doch habt ihr euch bestimmt schon gefragt was zur Hölle das denn jetzt genau ist?

Also Dal bedeutet übersetzt Linsen, das heißt zu dem Bhat, was auf Nepali Reis bedeutet, gibt es immer eine gelbgrüne Linsensoße. Nur diese zwei Sachen zusammen an sich schmecken grundsätzlich mal nach nichts, denn der Reis ist gar nicht gewürzt und auch der Dal nur mit ein klein wenig Salz verfeinert. Doch was wäre das Leben ohne das geliebte Tharkari. Was ist denn das jetzt schon wieder? Übersetzt bedeutet es Gemüse. Und genau das Gemüse bietet die Abwechslung bei der ganzen Geschichte. Denn es gibt Blumenkohl, Kartoffeln, Kürbis, Zucchini, Mangold und ab und zu Ei in den verschiedensten Varianten (huch das ist ja gar kein Gemüse…naja gehört bei den Nepalesen einfach auch zu Tharkari). Tharkari ist für den Geschmack zuständig, denn an Salz und ordentlicher Schärfe wird nie gespart… zum Glück. An das scharfe essen habe ich mich definitiv gewöhnt denn sogar das Pickle esse ich mittlerweile in großen Mengen ohne mit der Wimper zu zucken. Das sind Karotten, Äpfel, Essiggurken, Zwiebel, Chilli kleingeschnitten mit jeder Menge Chillipulver und anderen Gewürzen - das mischt man dann wie alles andere schön zusammen bevor man es dann mit der rechten Hand in seinen Mund schaufelt…ein Genuss!

Dal Bhat mit ...Blumenkohl und Pickle   ...mit Mangold   ...mit egg curry beim Tkarkari kochen 

 Zweimal in der Woche gibt es auch Razma. Das ist eine Bohnen-Tomaten-Chilli Soße die es entweder mit Roti (Fladenbrot) oder überraschenderweise mit Reis gibt. Es ist echt eine richtig gute Abwechslung zum Dal Bhat und schmeckt auch super - vor allem wenn es noch eine Art Jogurt dazu gibt.

Mittags gibt es immer ein Tiffin, also eine Kleinigkeit zum Essen. Das variiert von Milch über Nudelsuppe, Instant noodles, fried rice, scharf angebratene Nudeln bis hin Keksen, Donats, Puff (trockenes Blätterteigteil) und trockenreis. Man hat definitiv seine Favoriten. :)

  Milchreis... juhuu schon wieder Reis      Vogelfutter?

Die Nepalesen können aber nicht nur Dal Bhat kochen. Obwohl wirklich jeder Nepalese mindestens 2x am Tag Dal Bhat isst auch wenn sie was anderes kochen könnten. Für uns fast unverständlich wie man sein ganzes Leben lang immer nur das Gleiche essen kann…

Hier mal ein paar leckere andere Gerichte die man in jedem Garagenschuppen für umgerechnet 60 cent bis 2 Euro in der Gegend bekommt:

Pakoda (so wie Gemüsebratlinge)   Chowmein (gebratene Nudeln)   einfachstes Essen: Kichererbsen mit Kartoffeln   Momos (bisschen so wie Maultaschen)

 

 

Campfire :)

Mittwoch, 21.02.2018

 

big family all together

einfach ein unbeschreiblicher Abend

Nepal als Entwicklungsland - Die Sache mit dem Müll

Donnerstag, 01.02.2018

Gestern haben wir uns für die Kinder einen speziellen Walk überlegt bei dem sie währenddessen verschiedene Aufgaben erledigen müssen. Die wichtigste Aufgabe war diese: "Sammelt so viel Plastikmüll wie ihr könnt!" - nichts leichteres als das in unserer dreckigen Stadt. Da es eben Kinder sind und die nicht einfach mal so freiwillig Müll aufsammeln haben wir das Ganze als eine Art Challenge verpackt wobei sie neben der ersten Aufgabe noch alle parkenden Motorräder zählen und ein Foto mit einem Hund machen mussten. Bewaffnet mit einem riesen großen Müllsack und Handschuhen ging es los…und ob ihr es nun glaubt oder nicht, die Motivation war sogar so hoch, dass neben dem einen Müllsack sogar noch komplette leere Reissäcke bzw andere Plastiktüten die einfach auf dem Boden lagen mit Müll gefüllt worden sind.

              Beste Gruppe :)             

Stört es die Menschen nicht wenn sich direkt vor ihrer Haustüre oder im Hinterhof eine kleine Müllhalde befindet, die sie noch dazu selbst verursacht haben?

Vor 2 Monaten war ich im Dorf Nargakot zusammen mit unserer Didi bei ihren Verwandte(http://luisagoesnepal.auslandsblog.de/die-hochzeit-der-schoenste-tag-des-lebens/) und zu meiner Überraschung gab einen kleinen, schon ziemlich vollen Mülleimer direkt vor der Hütte. Am nächsten Tag war dieser leer. Die Tatsache, dass überhaupt ein Eimer da steht und sogar regelmäßig geleert wird lies in mir Hoffnung aufkeimen, dass das Müllproblem vielleicht nur in Kathmandu Oberhand gewonnen hat. Bis ich drei Schritte weiter lief und hinter den Mülleimer geguckt habe und gesehen habe wo sich unserer Kekstüten von gestern jetzt befinden: mitten unter einer wunderschön grünen Bananenpflanze!

Auf die Frage warum bekam ich erst einmal einen ziemlich verwirrenden Blick zugeworfen bis mir dann bewusst geworden ist, sie kennen es gar nicht anders! Sie wissen auch nicht, dass es in anderen Teilen der Welt anders ausschaut, geschweige denn eine Müllentsorgung gibt - für sie ist das also das normalste der Welt.

In Kathmandu stört es die Menschen vielleicht schon eher - sie haben schon anderes gesehen und bestimmt würden viele gerne in einem sauberen Umfeld leben. Da spielt leider das Geld wieder mal eine große Rolle. Denn jeder Miethaushalt muss für die Müllabfuhr selber zahlen, ist also auch selber verantwortlich dafür. Zahlt man nicht den hohen Betrag, der verlangt wird, dann kommt der Lastwagen eben einfach nicht. Wenn man wirklich am Rande der Existenzgrundlage lebt und auch dafür habe ich gleich ein Beispiel, dann ist das natürlich keine Überlegung wert denn da gilt einfach: Essen oder eine warme Decke ist mehr wert als die Müllabfuhr.

Slums in Kathmandu     

Doch hier im Hintergrund sieht man eine Villa - denn auch solche Viertel gibt es hier in Kathmandu. Warum es dann so ausschaut verstehe ich wirklich nicht:

  

Da fehlt dann einfach die Einsicht oder das fehlende Verständnis für die Umwelt. Vielleicht liegt das auch der Tatsache zu Grunde, dass zu wenig über die Notwendigkeit der Umweltschützung aufgeklärt wird. Die jüngere Generation, das sehe ich am Beispiel unserer Kinder, versteht schon vereinzelt, dass der Müll nicht einfach auf dem Boden geworfen wird. Das hat in unserem Haus auch einen sehr hohen Stellenwert, denn die Kinder hören den Satz "put it in the dustbin" tagtäglich von uns. Und auch in der Schule bzw, in den Schulbüchern wird ausführlich über das Thema Müll geredet doch da stellt sich wieder die Frage, was bringt das wenn die Kinder sowieso nur auswendig lernen und somit nicht verstehen beziehungsweise umsetzten können.

Trotzdem kann man in Ansätzen beobachten, dass das Müllprobem von der Regierung erkannt wurde: In Bhaktapur, das ist neben Kathmandu eine der drei Königsstädte vom Kathmandu Tal, habe ich bei meinem letzten Besuch überraschender Weise das hier entdeckt:

Hier ist es sogar so weit fortgeschritten, dass man von Mülltrennung sprechen kann. Natürlich, Bhaktapur hat Geld, die Stadt wurde finanziell nach dem Erdbeben sehr stark unterstützt - zum einen auch weil es eine Touristenattraktion ist. Doch ich sehe es als einen positiven Anfang an und genauso hoffe ich, dass unser Müllspiel wenigstens nur ein klein bisschen das Verständnis für unseren grünen Planeten bei den Kindern und vielleicht auch bei den verdutzt drein guckenden Nachbarn entwickelt hat.