Meine Erlebnisse auf dem Mardi Himal Trek

Dienstag, 14.11.2017

Vor zwei Wochen ging die Fahrt los in die Stadt Pokhara von der dann auch unsere 7 Tages Wanderung startete. Wenn ich jetzt von wir spreche dann meine ich ausnahmsweise mal nicht die anderen Volunteers...nein im Moment habe ich Besuch von meiner lieben Tante und ihrem Freund und habe deshalb gleich mal die Gelegenheit genutzt um mit ihr ein bisschen das Land außerhalb von Kathmandu zu erkunden.  Denn dort ist es inzwischen extrem staubig geworden und meine Lunge sehnt sich ganz dringend nach frischer Luft. Dass ich die erst nach 9 Stunden schlafloser Fahrt im Touristenbus der sich schaukelnd die Serpentinen hinaufschlängelt bekomme hat mich dann aber doch ein bisschen auf die Folter gespannt. Doch am nächsten Tag geht es auch schon los...

Mein kleines Reisetagebuch:

Der erste Tag: Noch völlig überfordert mit meinem viel zu schweren Rucksack geht es zusammen mit unserem Guide hoch in die Höhe, erst einmal gemächlich unzählige Treppenstufen hinauf und schon am Mittag finden wir uns in einem ziemlichen urigen Farmerhaus wieder. Dort sagte unser Guide, dass wir hier Dal Bhat zu essen bekommen würden - nun ja erst einmal durften wir bei der Vorbeitung helfen: 

Weg zum Farmhaus    Und jetzt heißt es schneiden - mitten auf dem Boden

Nach dem kräftezehrenden Aufstieg von Pokhara hoch wird die Route jedoch gemächlicher. Nach unserem leckeren Mittagessen durchqueren wir Reisfelder und kleine Dörfer, in denen wir den Dorfbewohnern bei ihren alltäglichen Leben und Arbeiten zusehen dürfen.

Einheimische bei der Reisernte     An Reisfeldern und kleinen Dörfern vorbei

Am Spätnachmittag erreichten wir auch schon unser erstes Guesthouse in dem wir übernachten - sozusagen ist das schon einmal die erste Bewährungsprobe ob wir denn dem Hüttenleben hier im Himalaya gewachsen sind. Denn dies sind keinesfalls Berghütten so wie wir sie kennen von den Alpen.

Ersteinmal kann es sein, dass ihr überhaupt kein Zimmer in der Lodge bekommt und dann mitten im Dining room zwischen singenden Porters und Guides euren Schlafplatz auf einer Holzbank genießen dürft. ( Das ist uns zum Glück nie passiert). Wenn man in den Genuss eines eigenen Zimmers kommt dann muss man sich es ein bisschen so wie eine Kältekammer vorstellen, denn leider hatte es ganz oben auch in unserem Zimmer um die 0 Grad - doch mit einem Schlafsack und Decken ist das doch alles kein Problem oder?! Der ein oder andere mag vielleicht denken, dass man sich ja mit einer heißen Dusche aufwärmen könnte - tja also eine warme Dusche gab es tatsächlich einmal, leider fast ganz unten, oben jedoch waren wir froh wenn es überhaupt ein bisschen Wasser zum Trinken auffüllen gab. Zähneputzen hat man auch einfach wo man wollte gemacht da es so ein richtiges Waschbecken eigentlich sowieso nirgendswo gab.

Für uns ist dies alles jedoch meist überhaupt kein Problem, nur die Kälte macht uns doch manchmal zu schaffen. Den Rest nehmen wir mit Humor und haben definitiv unseren Spaß!

Als Beispiel das Middle Camp

Nun aber zurück unserer Tour, wir befinden uns ja gerade mal auf 1600m Höhe am 1. Tag. Der nächste Tag bringt leider nicht den versprochenen Sonnenaufgang doch geht es gleich weiter hoch, unser Weg führt uns durch wunderschöne Rhododendronwälder wo teilweiße die bunten nepalesischen Gebetsflaggen durch den dichten Nebel herausstechen. Während der Wanderung kommen wir natürlich auch viel mit unserem Guide ins Gespräch und er erzählte uns, dass diese Gebetsfahnen mit ihren Farben und Mantras Symbole des Glücks und des Friedens sind.

Durch den wunderschönen Dschungel    Nepalesische Gebetsfahnen 

Angekommen bei unserer nächsten Unterkunft erhaschen wir auch endlich einen Blick auf "unseren" Berg, Machhapuchchhre, dem wir uns immer weiter nähern.

  Machhapuchchhre, im Vordergrund Mardi Himal

 

Fröhlich nach einem atemberaubenden Sonnenaufgang machen wir uns am nächsten Tag auf dem Weg ins High Camp doch wir werden leider gezwungen im Low Camp einen etwas längeren Stopp einzulegen. Seht doch selbst:

  Sonnenaufgang :)    Da war noch schönes Wetter...    Winterwonderland :)

 

Dieser Wetterumsturz hält uns jedoch nicht davon ab weiter zu gehen. Wir sind schließlich noch lange nicht ausgepowert für heute also stampfen und rutschen wir zusammen mit unserem Guide durch den Schnee den Berg hinauf. Eine unglaubliche Ruhe hat dieser Weg in sich, wir begegnen wirklich keiner Menschenseele und lauschen nur unseren eigenen Schritten im knirschendem Schnee, beobachten wie einzelne Sonnenstrahlen ihren Weg durch das dichte Blätterdach finden - eine wirklich sonderbare Stimmung.

Wanderung durch den Schnee

Hoch zum High Camp (3900m)geht es dann jedoch erst den nächsten Tag, da es bei diesem Wetter und der angehenden Dämmerung zu gefährlich ist. Ab dem Rest Camp (der Lodge wo wir übernachtet haben) verändert sich nun auch die Vegetation, denn wir befinden uns nun endlich über der Baumgrenze. Wir kommen sehr schnell am High Camp an und nutzen die Zeit um uns zu akklimatisieren und uns auf den morgigen Tag vorzubereiten.

Picknickplätzle auf dem Weg zum High Camp

Denn dieser beginnt schon um 4 Uhr morgens . Eingepackt in alle möglichen Klamotten die wir dabei haben, ausgerüstet mit Stirnlampen und diesmal ohne Rucksack bricht nun die letzte Etappe zum Mardi Base Camp an. Die letzten … m liegen noch vor uns. Im Dunkeln laufen und klettern wir nun möglichst schnell hoch um zum Sonnenaufgang beim ersten View Point zu sein. Doch die Höhe macht uns ganz schön zu schaffen und irgendwie war dann die Sonne doch schneller als wir…

Als wir dann beim ersten View Point der auf 4200m liegt angekommen sind wurden wir mit einer unglaublichen Sicht auf das ganze Annapurna Bergpanorama belohnt. Und nicht zu vergessen - natürlich liegt jetzt auch der Mardi Himal vor uns.

Am View Point auf 4200m mit Sicht auf Anapurna South  

 

Aufgrund der Höhe sind wir doch ziemlich geschafft und zweifeln, ob wir es wirklich noch bis zum Mardi Base Camp schaffen. Doch der Ehrgeiz ist stärker! Tapfer schlagen wir uns auf dem Grad die letzten 300 Höhenemeter nach oben, vor uns der Mardi Himal, neben uns 8000er Berge und hinter uns ein Meer aus Wolken.

Vor uns kommen plötzlich Gebetsflaggen in Sicht und nach letzten langsamen Schritten haben wir endlich das Mardi Base Camp geschafft und befinden uns in allerschönster Ruhe auf 4500m umrundet von überwältigenden Bergen.

 MBC 4500m   Standing on my hands at 4500m

Das waren wirklich ungaublich aufregenede Tage und ein richtig schöner Urlaub mit meiner Tante. Ich kam sogar des öfteren in Genuss eines Käsebrötchen oder einem Schokobrownie, die ich jetzt schon wieder ziemlich vermisse. Mittlerweile bin ich schon seit einer Woche zurück bei meinen anderen Volunteers und Kids und sozusagen wieder voll im Alltag mit eingespannt - wo ich jedoch auch schon jede Menge neues erlebt habe...dazu aber das nächste Mal mehr.

An alle die im Moment im kalten Deutschland erfrieren schicke ich ganz liebe sonnige Grüße aus Kathmandu. Bis bald laughing